Parallelwelten im Jugendhilfeausschuss

Parallelwelten im Jugendhilfeausschuss

Am 8. Februar 2017 tagte turnusgemäß der Jugendhilfeausschuss unseres Kreistages. Kommunalpolitiker im Jugendausschuss, teilweise beruflich als Pädagogen tätig und verbandelt mit sozialen Einrichtungen, tun sich schwer, kritische Fragen zu stellen. Ob der eine oder andere befangen sei, weil er oder sie der Trägereinrichtung angehört, die gerade in der Sitzung einen Zuschlag erhalten möchte, kann selbst der Landrat nicht mehr unterscheiden. Es kümmert dann kaum einen Kreisrat, dass von ehemals vier Vollzeitstellen für ambulante Hilfen zur Erziehung von Jugendlichen nur noch zwei vom Landkreis ausgeschrieben werden. Jedenfalls hat sich niemand öffentlich beschwert.

Am Mittwochabend kämpften dann drei von sechs Trägereinrichtungen in einer mündlichen Vorstellungsrunde um die zwei Vollzeitstellen. Weil der Landrat gemäß der fachlichen Aus- und Bewertung der Angebote auch noch der günstigsten Trägerschaft den Zuschlag erteilen sollte, war dann doch endlich der Protest da. Doch dieser wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert. Jedenfalls erhielt die Dame mit dem lautstärksten Vortrag die Beschlussmehrheit.

Auch die Abstimmung der Prioritätenliste, mit dem anscheinend üblichen siebenstelligem Fehlbetrag, war keine Diskussion wert. Hauptsache alle etablierten Träger stehen auf der Liste.

Auch im ersten Teil der Ausschusssitzung herrschte Einvernehmen. Den Anwesenden wurde erläutert, dass immer noch 164 UmA‘s im Landkreis unterbracht sind. Zur Erinnerung: die Unterbringung und Betreuung eines einzigen Minderjährigen kostet den Landkreis – also uns als Steuerzahler – ca. 60.000 Euro pro Jahr! Die Fachgruppe UmA hat getagt. Das Jugendamt musste einen Vormund im Zusammenhang mit einem Asylantragsverfahren verklagen; die Statistik Sachsen erwartet für 2017 einen Zugang von 800 UmA’s. Und wie angekündigt wurde über Erfahrungen mit UmA‘s berichtet.

Ein Syrer aus Aleppo, der soeben das 18. Lebensjahr vollendet habe, berichtete von seiner Flucht über Griechenland. Seit über einem Jahr war er in der Obhut des Jugendamtes. Er hat den Hauptschulabschluss geschafft, hat jetzt eine Wohnung bekommen und will in Deutschland studieren. Auf die Frage, ob er Familie in Aleppo hat, antwortet er, seine Eltern wohnen noch in Aleppo aber in den nächsten 20 Jahren will er nicht dahin zurück. Das ist ein typischer Fall einer illegalen Einwanderung und nicht der Fall eines Schutzbedürftigen. Wie lange lassen wir uns noch auf der Nase herumtanzen?

An dieser Stelle verweisen wir auf unseren Beitrag vom 14.11.2016.

„Mut zur Wahrheit“

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