Die Biotonne ab 2020 - Fragen und Antworten

Die Biotonne ab 2020 - Fragen und Antworten

„Warum wird die Biotonne eingefügt?“ Auf der Internetseite der KELL GmbH kann seit 25.03.2019 jeder Bürger nachlesen: In der Einleitung heißt es: „Fast 50 % in den Restabfalltonnen im Landkreis Leipzig ist Bioabfall. Daraus können hochwertiger Kompost und klimafreundliche Energie hergestellt werden.“ (Quelle: https://kell-gmbh.de/sammelsysteme/biotonne).
 
Das Umweltbundesamt hatte zur Getrenntsammlung von Bioabfällen eine Studie in Auftrag gegeben und anschließend unter Texte 84/2014 veröffentlicht. Darin steht auf Seite 27 wie der örtliche Entsorger nun vorgehen muss, damit der Anschluss- und Gebührenzwang vollzogen werden kann. Außerdem soll die Verwertung im eigenen Garten als Befreiungstatbestand erschwert werden, denn die eigene Verwertung hat ebenfalls hochwertig zu erfolgen.
 
Nun könnte der Gebührenzahler davon ausgehen, dass dann eine hochwertige Verwertung über den Entsorger erfolgt. Im letzten AbfallBrief November 2018 des ZAW war jedoch nur zu lesen, dass die Tochtergesellschaft WEV mbH erst eine Bioabfallvergärungsanlage errichten soll. (Quelle: https://www.zaw-sachsen.de/index.php/abfallbriefe.html).
 
Dem o.g. Bericht kann man des Weiteren im Kapitel 7.2.2 entnehmen, dass bei einer bestehenden Biotonnensammlung der Restabfall durchschnittlich um 15 bis 20 kg Organik je Einwohner und Jahr entlastet wird. D.h. in ländlichen Entsorgungsgebieten beträgt der Küchenabfallanteil zumeist unter 40 Ma.-%, während der Anteil an Gartenabfällen bis zu 90 Ma.-% betragen kann.
 
Selbst bei der Erläuterung zur Vorstellung der Biotonne wurde im Kreistag über die nun einfache Entsorgung der Gartenabfälle gesprochen. Diejenigen, die bisher immer die Gartenabfälle zur Entsorgung wegschaffen mussten, haben damit nun weniger Mühe, weil die Biotonne im zweiwöchigen Rhythmus abgeholt wird. Die Rechnung dafür zahlt aber derjenige, der an 5 Tagen seiner Arbeit nachgeht und der nun nur am Wochenende etwas kocht und so ca. 2 bis 3 kg Küchenabfall in der Woche erzeugt.
 
Glücklich können sich dann jene schätzen, die ein Grundstück haben, auf dem der Bioabfall ausgebracht werden kann. 50 m² pro Person müssen es dann aber mindestens sein, so sieht es die Satzung vor.
 
Dabei hat sich der Landkreis an anderen Kommunen wie dem Bodenseelandkreis, unserem Partnerkreis, orientiert, so zu hören auf der Kreistagssitzung. Interessanterweise steht auf dem Antragsformular für die Eigenkompostierung eine Gartenfläche von 25 m² pro Person, also nur halb so viel. (Quelle: https://www.bodenseekreis.de/fileadmin/03_umwelt_landnutzung/abfallwirtschaftsamt/formulare/2019_Antrag_Eigenkompostierung_Versand.pdf)
 
Mit unserem Kommunalwahlprogramm versprechen wir Ihnen, dass wir uns für eine Änderung der Satzung einsetzen werden. Denn die Bürger sollen nicht mehr Gebühren bezahlen als erforderlich und der einzige Klimabeitrag aus heutiger Sicht ist zudem das zusätzliche CO2 und NOx der Müllfahrzeuge.

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